Topic: BILD UND GEGENWART IN DER LITURGIE - CASE STUDY

Hier ein nachtrag zu unserer diskussion um bilderglauben in der christlichen kirche. Als ich am sonntag bei der kommunion meiner nichte bei dortmund war, habe ich eigentlich die gleiche thematik vom tag davor erneut vorgetragen bekommen. Bei diesen katholischen gemeinden da werden offenbar immer unheimlich viel religionstheorie und liturgiefragen in den gottesdiensten diskutriert, anders als in den evangelischen gemeinden, die ich so kenne. Jedenfalls gab es eine kurze einführung zum problem der fleischwerdung, dem wunder der eucharistie.
Der priester hielt ein gemaltes bild mit einem strichmännchen hoch und fragte, was das sei. Ein mensch? Nein kein mensch. Ein bild. Dann noch ein bild von einer brücke. Das gleiche. Dann eine oblate, bzw. Hostie: ist das gott? Nein, noch nicht. Aber gleich nach dem ritual wird diese hostie der leib jesu. "dann wird aus einem bild wirklichkeit, die gegenwart gottes."
Man kann sich bei solchen sachen immer fragen, ja wie ist das gemeint, ist das konkret zu verstehen oder nicht. Aber so weit ich weiß ist das schon konkret, d.h. die katholische kirche beharrt auf einem wunder und zwar ein wunder, dass jeden tag im gottesdienst erneut passiert. Was es genau heißt, dass das der leib christi ist, weiß ich allerdings auch nicht. Der vorwurf in der antike, die christen praktizierten kanibalimus kommt natürlich daher, das sie genau das behaupten.
In meinem fall war es so, dass der priester gesagt hat, man habe jesus dann in sich, man habe ihn bei sich, wenn man an der eucharistie teilgenommen hat. Also im magen quasi. Liebe geht durch den magen – religion auch!
Zum thema ikonoklasmus noch mal die bibelstelle aus unserem blog:
[url]http://catalog.davidweberkrebs.org.staging.pdds.nl/viewtopic.php?id=234[/url]
Darauf beruft sich dann – so denke ich – die bilderverachtung in manchen christlichen und jüdischen strömungen. Inwiefern das auch auf jesus ausgeweitet werden muss und was das dann für künstlerische arbeiten, poetiken, nach sich zieht, muss man klären.