Topic: ROMEO UND JULIA von Marcus Lobbes, Mannheim

Die inszenierung spielt in einem gesclossenren Raum aus dem es scheinba rkein entkommen gibt. die raumhohen fenstersind verschlossen und mit vorhängen verhängt, die schauspieler bewegen sich durch den rau und betrachten die gegenstände und bilder, aber blicken nciht nach draußen. Wir sehen die außenhülle des raums, seine konstruiertheit, das ihn umgebende theater mit seiner technischen anmutung. erst nach der verbeugung - dem zeichen, des aus der rolle herausgetreten seins - verlassen die schauspieler durch die hintere glastür den raum. Hier öffnet sich die Kunstwelt zur Dingwelt, aber wie gesagt erst NACHDEM die Gesten des Verbeugens und Applaudierens den Kunstraum zur Dingwelt hin geöffent haben. EXKURS: Die Regeln des Theaters besagen, dass der Schauspieler der gebende ist, der Zuschauer der nehmende. Ersterer ist nicht nur präsent sondern er macht sich vorallem präsent, er zeigt sich, er entäußert sich. Das ist die Extase des Schauspielers. Sie wird durch Beleuchtung, Raumgestaltung usw. unterstützt. Das Publikum ist ebenfalls präsent, aber es zeigt sich nur bedingt, es macht sich dem Spieler eher unbeabsichtigt, aus Versehen präsent. Es ist - mit Böhme - geschlossen, nicht geöffnet, ekstatisch. Der Moment des Applauses ist entscheidend: Durch das Handzeichen wird der Vertrag aufgelöst: der Zuschauer ekstasiert sich durch das Geräusch, er sagt, hier bin ich, jetzt bin ich dran. DasVerhältnis ändert sich: akustische Ekstase des Klatschens gegen das visuelle sich zeigen des Spielers. Der Spieler geht an die Rampe und verbeugt sich, eine Geste des Empfangens. Gleichzeitig verdeckt er sich selbst damit, also sein Gesicht, das heißt er verdeckt oder schließt sich gewissermaßen, während der Zuschauer sich entäußert. Wie wird der Moment des Applauses eingeleitet: entweder verlässt der Spieler den Raum - Abgang, Schluß - oder das Black beendte seine Extase - licht aus, weg - oder er verlässt die rolle. In allen drei fällen findet sich ein moment des verschwindens, des sich wieder abschließens. Einmal durch eine räumliche, einmal durch eine technische, einmal durch eine gstisch.mimische Veränderung.