Topic: Cusanus über das Abbild Jesus


um 1440



Der Mystiker Nicolaus Cusanus (oder Nikolaus von Kues) lebte zu Beginn des 15. Jahrhunderts, er war christlicher Gelehrter und Kardinal. In dem Text “De visione dei” denkt er 1453 über die Gottesschau nach:
“(…) dann bringst Du mich jedoch dahin, zu sehen, dass nicht der Dich Betrachtende Dir die Form gibt, sondern in Dir sich selbst schaut (…). Was er in jenem Spiegel der Ewigkeit sieht, ist nicht Darstellung, sondern die Wahrheit, deren Darstellung er, der Sehende, selbst ist. Also ist die Darstellung in Dir, mein Gott, die Wahrheit, und das Urbild von allem und allem einzelnen, das ist oder sein kann. (…) Herr, Erleuchter der Herzen, mein Angesicht ist ein wahres Angesicht, weil Du, der Du die Wahrheit bist, es mir gegeben hast. Und es ist ein Abbild, weil es nicht die Wahrheit selbst ist, sondern ein Abbild der absoluten Wahrheit. Ich schließe also in meinem Begriff die Wahrheit und das Abbild meines Gesichtes ein und sehe, dass in ihr das Abbild mit der Wahrheit des Gesichtes in der Weise zusammenfallen, dass es insoweit wahr ist, als es Abbild ist”
siehe:
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