Topic: gegenstandslose Kunst

Es ist Merkmal und Eigenschaft der gegenstandslosen Kunst, dass sie absichtsvoll Orientierung vorenthält. Zugleich ist dies ihre eigentliche Botschaft. Das Orten der Distanz leistet die Bestimmung des eigenen Ortes im Verhältnis zum Gestalteten. Der Ort, an dem sich dies ereignet, ist erlebbarer Raum einer objektiveren Daseinsform, die uns Grenzen bewußt hält. Allein aus dem geschauten Wissen von Grenzen definiert sich etwas von dem, was mit Transzendenz gemeint sein könnte, ein Überschreiten derselben.

Friedrich Meschede: Vom Orten der Distanz, in: Gegenwart Ewigkeit, Berlin 1990